Allgemein, Poetry, Writing

jesus in a nutshell

he was far out on an old tin
with desolating winds
and no name
to be heard

you can see how our names
had drowned him
who, past doubting spray,
groomed resurrected hope
like bearded sage

juno strode with each returning tide,
but now she has gone forth,
an ancient bell

the other night he saw
a thing so close against his world,
mildly in its place, surely,
with its thousand inlets

more than his name
or prideful poverty

hands

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Allgemein, Feminism, Poetry, Writing

defy me!

the first star
could write my head in deep darkness that fills my cocoon

all my dreams
will be back around for work based purposes
– a single night –
forgotten
has shaped these days
with its back against the wall

as it walked by my side, and beat steel-walled fate
how much good will it be
on the other side

but i did run away again
it seems they want more
to their feet
delight
a little too tight

create this world
from a lost otherworld

boundless joy has come once again,
with its arms above!

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Poetry

unter matratzen

Wie ich dich finde

Hast du gefragt

Du

Sandkorn unter den Heuhäufigen

Ich

Prinzessin auf der Erbse

Oder so

Miss Marple im Knupsauto

Weil 

Ich stoße mich immer beim genaueren

Untersuchen

Und dann weiß ich wieder nicht warum 

Ich so blau bin

Überall

Besonders in den Augen

Verträumte Erbsenzählerin

Die Guten ins…

Ich kann doch nicht einmal mich

Sortieren

Und schlafe immer gleich ein

Wenn das Licht ausgeht

Im Dunkeln

Finde ich mich 

Dann doch ganz gut

Zu

Recht

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Poetry

zehentrenner

Ich würde so gerne deine Schritte zählen

nur

um zu wissen

wie du die Füße so handhabst

Ich verstehe gerade mal 

meine krummen Schritte 

manchmal

Ich schaue hinunter

wie ein stolpriger Tänzer

Das klappt ja 

schon da nicht

Anschauen 

statt deine Richtung kennen zu wollen

Vielleicht 

hab ich auch Angst 

vor deinem Blick

Was 

mich dort sieht

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Feminism

wunschliste mit 30

“Was tun Sie”, wurde Herr K. gefragt, “wenn Sie einen Menschen lieben?” “Ich mache einen Entwurf von ihm”, sagte Herr K., “und sorge, daß er ihm ähnlich wird.” “Wer? Der Entwurf?” “Nein”, sagte Herr K., “der Mensch.”

– Bertolt Brecht, Wenn Herr K. einen Menschen liebte –

 

Ich will mir kein Bild machen von dir. Ich will, dass du bezeichnend bleibst. Ich will, dass du so bist, wie ich dich kennen lerne, nicht so, wie ich dich lieben lernte. Weil der Zauber des Anfangs verstellt meinen Blick, hebt dich hoch auf einen Sockel. Dort stehst du dann, unbeweglich, in Stein gemeißelt, tot. Ich will dich nicht erstarren lassen in meinem Blick wie in den alten Griechengeschichten.

Ich will dein Herz schlagen hören, mich freuen, wenn es manchmal synchron ist mit meinem, manchmal eben.

Glück ist ein Moment mit dir. Wenn ich wirklich bei dir bin, wenn wir uns wissend ansehen, ahnungsvoll berühren oder auch verwundert aufhorchen. Wenn du traurig bist und deine Tränen sich in meiner Gegenwart für dich nicht nackt anfühlen. Wenn du dich ärgerst und mir damit zeigst, dass du dich reiben willst an mir, dass es Grenzen gibt zwischen uns.

Auseinandersetzung gegen das Aufeinanderhocken.

Ich will, dass du deine Liebe teilst. Dass du Liebenswertes in Dingen findest, die ich ablehne. Dass wir durch unsere Augen tiefer schauen als alleine. Dass ich mich durch deinen Blick wirklich neu entdecke, auch dort, wo die Sonne nicht scheint.

Du bist mein engster Vertrauter, mein Spielkamerad, mein Lehrer und vielleicht mein ärgster Feind. Ganz einfach, weil du so nah bist. Ich will dich nicht rahmen, dir keine Grenze geben, sondern wissen, wo du deine ziehst. Ein Nein soll nicht sagen, wo du aufhörst, sondern wo ich anfange. Soll nicht zwischen uns, sondern für sich stehen. Komm runter. Wir gehen.

 

Ich will mit dem gehen, den ich liebe.

Ich will nicht ausrechnen, was es kostet.

Ich will nicht nachdenken, ob es gut ist.

Ich will nicht wissen, ob er mich liebt.

Ich will mit ihm gehen, den ich liebe.

– Bertold Brecht –

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